Der Weg zur künstlichen Sonne
Zwei werden eins – mit gigantischer Power.
Kernfusion ist das Lebensgeheimnis unserer Sonne. Während herkömmliche Atomkraftwerke schwere Atomkerne spalten, machen wir es genau umgekehrt: Wir lassen extrem leichte Atomkerne verschmelzen.
Wenn diese Kerne miteinander verschmelzen, entsteht ein neuer, extrem stabiler Kern – und dabei wird eine unvorstellbare Menge sauberer Energie frei.

D-T-Reaktion: Die Formel 🧪
Was passiert in der Animation?
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Die Zutaten (links): Wir nehmen zwei Spielarten von Wasserstoff: Deuterium (1 Proton + 1 Neutron) und Tritium (1 Proton + 2 Neutrone).
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Der Crash (Mitte): Bei unvorstellbaren 150 Millionen Grad prallen sie so heftig aufeinander, dass sie verschmelzen.
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Das Ergebnis (rechts): Es entsteht ein absolut harmloser Helium-Kern (die roten und weißen Kugeln im Verbund), ein einzelnes Neutron (die weiße Kugel, die weggeschossen wird) und jede Menge reine Energie!

Warum eigentlich Deuterium & Tritium?
Weil sie unter allen Elementen im Universum am einfachsten verschmelzen! Um sie zur Fusion zu bringen, reichen auf der Erde „schon“ 150 Millionen Grad aus.
Wofür das Ganze?
Das weggeschossene Neutron trägt die Energie mit sich. Im Kraftwerk erhitzt es die Reaktorwand, bringt Wasser zum Kochen und der Dampf treibt eine Turbine an – so entsteht am Ende sauberer, unerschöpflicher Strom ohne CO₂ und ohne extrem langlebigen Atommüll!
Einsteins genialer Geistesblitz

Woher kommt eigentlich diese gigantische Energie?
Wenn Deuterium und Tritium verschmelzen, wiegt das fertige Ergebnis am Ende ganz minimal weniger als die Zutaten am Anfang.
Diese winzige, scheinbar „verlorene“ Masse verwandelt sich nach Einsteins berühmter Formel E = mc² komplett in pure Power. Und weil die Lichtgeschwindigkeit (c) so unvorstellbar riesig ist, reicht schon ein winziges bisschen Masse aus, um eine gigantische Menge Energie freizusetzen!
Die Zeitreise: Meilensteine der Kernfusion
1920
Die Entdeckung der Theorie:
Wissenschaftler vermuten zum ersten Mal, dass Sterne wie unsere Sonne ihre gigantische Energie durch das Verschmelzen von Atomen gewinnen.
1985
Die Geburtsstunde von ITER:
Auf dem Genfer Gipfeltreffen schlagen Ronald Reagan (USA) und Michail Gorbatschow (Sowjetunion) ein weltweites Gemeinschaftsprojekt vor, um die Fusion friedlich zu nutzen.
1932
Das erste mal im Labor
In Cambridge gelingt es Forschern erstmals, Wasserstoff-Atome künstlich miteinander zu verschmelzen.
2006
Der Vertrag steht:
Sieben Großmächte (darunter die EU, USA, China und Russland) unterzeichnen offiziell den Vertrag zum Bau des Mega-Forschungsreaktors ITER in Südfrankreich.
1950er
Der magnetische Käfig
Forscher in der Sowjetunion entwickeln das „Tokamak“-Konzept – die Idee, das heiße Plasma in einer ringförmigen Kammer mit Magneten einzusperren.
2020
Der Riesen-Baukasten startet:
In Frankreich beginnt offiziell die Montage der Millionen von Einzelteilen für den ITER-Reaktor – die größte Baustelle der modernen Wissenschaft.
2020-Heute
Der Start-Up-(Boom)
Erste private Unternehmen erzielen mit neuartigen Magnet-Technologien wichtige Meilensteine und fordern die staatlichen Großprojekte heraus.